Rezension: Nebelmacher [Bernhard Trecksel]





Titel: Nebelmacher
Autor: Bernhard Trecksel
Seitenzahl: 512
Verlag: Blanvalet

Reihe: Auftakt
Preis TB: 13,99€
Preis eBook: 10,99€

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Klappentext

Clach, genannt "Totenkaiser", ist ein Nebelmacher. Diese meisterlichen Assassinen töten im Dienste der Göttin des Mordens nicht nur den Körper, sondern können auch die Seele vernichten. Clach hat gerade einen Auftrag abgeschlossen, da erfährt er Ungeheuerliches: Seine Tötungen waren gar nicht von der Göttin sanktioniert und damit wider ihr Gesetz! Clach macht sich auf die Jagd. Irgendjemand wird für diese Täuschung bezahlen. Doch der Totenkaiser ist längst selbst der Gejagte...

Meine Geschichte zum Buch:

Ich hatte mal wieder Lust auf ein Fantasy-Buch, von dem ich noch so gar nichts gehört hatte.
Da bot sich dieses mit dem tollen Klappentext und Cover geradezu an.

Cover/Titel/Gestaltung
Ein wunderschönes Cover. Ich mag diese verruchten Farben, und den Mann mit den Dolchen in diesem rötlichen Schein.


Idee/Handlung
Das Buch ist so ganz anders, als ich erwartet hatte.
Ich dachte es geht um eine Auftragsmörder-Geschichte aus der Ich-Perspektive eines vielleicht sogar humorvollen Protagonisten in einer fiktiven Welt.
Doch es ist wirklich anders.

Man wird in die Geschichte hineingeworfen, und zwar auf eine ungute Weise. Gleich zu Beginn wird mit Fremdwörtern in der neuen Welt um sich geworfen, ohne großartige Erklärungen. Dazu kam, dass die Geschichte aus 4 (!) Perspektiven erzählt wurde, die zuerst keinerlei Zusammenhang zu haben schienen.
Noch obendrauf dieser Schreibstil - dazu später mehr - und meine Begeisterung sank unter den Nullpunkt.

Erstmal fehlte mir ein klarer Satz zu der Welt, in der wir uns befinden. Die Beschreibungen dieser Welt musste man förmlich suchen, denn sie wurden gut verpackt in religiösen Sagen und Andeutungen. Für euch im Klartext:
Es gibt die Stadt Fomor, die eine magische Kuppel hat, um einen normalen Himmel über die Stadt zu projezieren, denn sonst gibt es überall nur Nebel.
Dann gibt es noch außerhalb der Stadtmauern wilde Stämme, die sich gegenseitig bekriegen, z. B. die Kreen und die Tanleigh.
Mehr hätte ich mir nicht gewünscht, doch leider muss der Autor dies in den ganzen Sagen über Götter und Titanen verpacken.

Dann kommt die eigentliche Handlung an sich:
Ein Auftragsmörder, eine Templerin, ein Barbar und der Jäger des Auftragsmörders. Zuerst war ich erstmal perplex, wer jetzt wer ist, denn die Namen von den Protagonisten und auch der Übrigen haben nicht zur Verständlichkeit begetragen. 
Clach, auch Totenkaiser genannt, Morven, Templerin und Tochter des Archonten, Ormgair, Barbar und Nebeljäger, und schlussendlich Greskegard, der Jäger von Clach. Dann noch "Sanftleben", Barbar und Greskegards Begleiter.
An sich habe ich überhaupt nichts gegen fantasievolle Namen, doch hier wär eine kleine, genaue Einführung wer wer ist sehr sinnvoll gewesen, anstatt alle möglichen Namen + seltsame, neue Fremdwörter in den ersten 50 Seiten dem Leser reinzuknallen.

Die eigentliche Handlung war teils dann auch sehr abstrakt. Es wäre schön gewesen, die vielen Religionen, die erwähnt werden, mal genauer zu erklären, anstatt davon auszugehen, dass der Leser alles über die Todesgöttin, den Lichtherrn, die Titanen und den Aberglauben der Barbaren weiß.
Dadurch hatte ich oftmals eine Fragezeichen im Gesicht, wenn der Protagonist manche Worte wie selbstverständlich benutzt, wie z.B. "Die Kreen". Es hat sich herausgestellt, dass das Menschen eines bestimmten Stammes sind.

Also es geht darum, dass es sogenannte "Heimkehrer" gibt, Menschen die sterben und wieder auferstehen. Danach erinnert sich niemand mehr an dessen Tod, nur manche, wie unsere vier Protagonisten, können sich noch erinnern.
Dementsprechend haben es die Heimkehrer auf die Hauptfiguren abgesehen, nur dass die Protagonisten da erstmal darauf kommen müssen.
Was das alles mit den Titanen zu tun hat, ist mir immer noch ein wenig unschlüssig^^

Das Ende war für mich noch das Beste am Buch. Alle möglichen Begriffe und Charaktere waren mir nun klar, und ich konnte mich wenigstens noch für 70 Seiten auf die Geschichte einlassen.
Es gab dann noch eine eher unvorhergesehene Wendung, und es ist offen geblieben. Man merkt einfach, dass dies ein Auftakt sein soll.

Ich bin mir zu 100% sicher, dass ich die Fortsetzung nicht lesen will.

Schreibstil
Das Schlimmste am ganzen Buch.
Es gab ganze Seiten darüber, wie jemand oder etwas aussah. Und zwar nicht in einfach Worten, sondern in sehr blumigen Beschreibungen, die mich einfach kirre gemacht haben. Ich habe dann auch tatsächlich immer wieder Absätze übersprungen, weil ich das einfach nicht mehr lesen konnte. Ein Beispiel:
Er selbst war für sein Alter in bemerkenswerter Verfassung. Und man sah es. Statt wie die meisten Tanleigh massig und breitschultrig, hatte Ormgair mehr von einem der Wölfe seiner Heimat: eine ausgezehrte Gestalt, gekleidet in ein gebeuteltes Kettenhemd und einen löchrigen Kilt mit einem Tartan. Knochige Schultern, von einem nachtblauen Pelzkragen verhüllt, dessen beste Tage schon zu Zeiten von Ormgairs Vater vorbei gewesen waren. Silberne Fibeln, die wie springende Berglöwen gearbeitet waren, hielten das zerrissene Relikt, angelaufen und geschwärzt. Ein einfacher Kurzbogen aus verleimten Horn nebst Köcher und eine schartige Axt verrieten Ormgairs Profession. Das Gesicht des Barbaren glich der Landschaft, die ihn umgab, eine perfekte Imitation aus Narbenhügeln und Faltentälern, in die wie zwei Bergseen Augen von einem solchen Grau eingebettet waren, dass man sie kaum vom umgebenden Nebel unterscheiden konnte. Wie die Wurzeln uralter Bäume baumelte sein zu vier Zöpfen geflochtener aschgrauer Bart bis auf die Brust, der Schädel war, abgesehen von einem daumendicken Haarstreifen, dem Zeichen der Kriegerwürde, kahl. Zwei Karstlöwen sprangen über von Feindeshand vernarbte Ohren, die ausgestreckten Pranken an den Schläfen endend. Zitat S. 19-20  
Das ist die Beschreibung Einer. Einzigen. Person. Natürlich war es nicht bei jeder auftretenden Figur/Sache so ausführlich, da das Buch dann wohl doppelt so lang geworden wäre, dennoch ging es mir einfach gewaltig auf die Nerven.
Vor allem war es nichtmal so die Länge der Beschreibung, die mich gestört hat (aber auch), sondern vor allem die Art der Beschreibung.
Ich habe drei Kreuze gemacht, als es endlich zu Ende war. 
Doch das war leider noch nicht alles, was ich am Schreibstil zu kritisieren habe.

Die ganzen Kämpfe. Es gibt sehr viele Kampfszenen im Buch, und eine sehr hohe und ausführlich beschriebene Brutalität, wo ich erstmal nichts gegen hatte. Aber dann wurde zum ersten Mal - auf den ersten 10 Seiten - angemerkt, wie die Tote "geräuschvoll ihre Blase und ihren Darm entleert".
Dann wurde es wieder erwähnt. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder.
Ihr wisst worauf ich hinaus will?
Es gibt einen Haufen Tote in diesem Buch und beinahe jedes Mal wurde erwähnt, wie sie nach dem Tod Blase und Darm entleeren.
Klar, es ist wahr und kann ja auch mal erwähnt werden, ABER es ca. 100 mal zu erwähnen, ist einfach nur nervig und eklig!!!!!
Ich meine, der Leser ist doch nicht dumm, ich hatte es schon nach dem ersten Mal verstanden! Aber es immer wieder zu erwähnen, so finde ich, ist einfach geschmacklos und ekelhaft. Es mag zwar gut für die Authenzität sein, aber mir als Leser hat es die Lesefreude genommen. 
-> Ich werde die Finger von diesem Autor lassen

Ein Buch, welches ich mit unendlicher Freude beendet habe, weil es endlich vorbei war.
Das Einzig Gute am Buch sind das Ende und die einigermaßen gelungenen Charaktere.
Handlung war mir alles in Einem zu abstrakt, und vom Schreibstil will ich gar nicht erst anfangen.






Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar.

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