Terrorismus ≠ Islam!!!! || Dschihad Calling [Christian Linker]






Titel: Dschihad Calling
Autorin: Christian Linker
Seitenzahl: 320
Verlag: dtv
Genre: Jugendbuch

Preis Klappenbroschur: 14,95€
Preis eBook: 12,99€

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Inhaltsangabe

Mitreißend und erschreckend realistisch 
Der 18-jährige Jakob greift ein, als ein Mädchen mit Gesichtsschleier von rechten Hooligans belästigt wird – und verliebt sich in die blauen Augen der Unbekannten. Auf einem Pressebild erkennt er sie später wieder: Samira ist Mitglied eines Salafisten-Vereins. Trotzdem versucht Jakob Kontakt aufzunehmen und gerät so an Samiras Bruder Adil, der mit den Gotteskriegern des Islamischen Staates sympathisiert. Obwohl für Jakob zunächst undenkbar, fühlt er sich doch angezogen vom Gedankengut und der Lebensgemeinschaft der Salafisten. Dagegen stoßen ihn die Kälte und Konsumorientiertheit seiner eigenen Umgebung immer mehr ab. Jakob radikalisiert sich, bricht alle alten Kontakte ab und konvertiert. Aber will er wirklich mit Adil nach Syrien ziehen?



Da ich auf der Buchmesse den Autor getroffen habe, hat der Verlag mir liebenswerterweise vorher sein aktuelles Buch zukommen lassen - Danke!
In der Tat hatte ich vorher schon ein Auge auf das Buch geworfen, doch leider  durch behindertes Planen meinerseits - habe ich das Buch jetzt erst nach der Messe gelesen - interessant war das Treffen dennoch :)




Mir gefällt die Eindringlichkeit des Covers sehr, da es ja um ein brisantes Thema geht.



Erstmal muss ich sagen, dass ich bereue, es nicht früher angefangen zu haben!
Denn in 2 Tagen war das Buch durch :D

Der Schreibstil - sehr umgangssprachlich, aber flüssig und authentisch - liest sich sehr schnell. Die kurzen Kapitel haben ihr übriges getan.
Ab und an gibt es auch Schimpfworte, aber dies gehört nun mal zur Geschichte und wirkt nicht zu übertrieben. Man merkt halt irgendwie, dass es nicht unbedingt als Jugendbuch geplant war ;)

Zum Einen wird aus der Ich-Perspektive von Jakob geschrieben, zum Anderen gibt es aber auch die 'Briefe' von Adil. Diese waren sehr eindrücklich, und haben mich, vor allem zum Ende hin, auch emotional berührt...
Außerdem war Adils Entwicklung total interessant!

Jakob, der 18-jährige Protagonist, ist ein ganz gewöhnlicher Typ, der grad Abi gemacht hat und noch nicht so richtig weiß, wie's weitergeht. Recht normal, würde ich mal so behaupten. Seine Gedanken sind halt 'real', und nicht beschönigend, was ich sehr erfrischend fand.

Und dann lernt er Samira kennen - und beginnt zum Islam zu konvertieren. Er spürt, dass er sich im Islam wohlfühlt und konvertiert nach einiger Zeit. Durch die Geschichte erhält man tolle Einblicke in den Alltag von Muslimen, wie z. B. die ganzen Gebete und spezielle arabische Wörter.

Doch dabei bleibt es nicht:
Jakob wird langsam zum Salafist, zu einem Muslim mit einer sehr extremen Ansicht, dass z. B. ein religiöser Staat, das Kalifat, regieren sollte. Er schaut sich die gewalttätigen Videos an und denkt immer radikaler.

Das hört sich jetzt wahrscheinlich sehr merkwürdig an, aber irgendwie versteht man als Leser, was in ihm vorgeht.
Die westliche Welt, mit all dem Konsum und der Oberflächlichkeit, ekelt Jakob immer mehr an, und ich kann ihn verstehen. Denn das stimmt ja auch, machen wir uns nichts vor. Die Frauen werden verdeckt, nicht zur Unterdrückung, sondern zum Schutz.
Natürlich sollten sie sich selbst bestimmen, und perfekt ist das ganz sicher auch nicht, aber dennoch kann man sich durch das Buch in die Religion hineinversetzen, welche dann gar nicht so 'böse' erscheint, wie die Medien es immer darstellen.

Doch noch eine ganz wichtige Message vermittelt das Buch:
Terrorismus ≠ Islam !!!
Man merkt, dass es die 'normalen' Gläubigen gibt, die total friedlich nach dem Kuran leben, und die Extremisten, welche den Kuran so gewalttätig wie möglich auslegen und ihn als Ausrede für Gewalt benutzen.

Gesellschaftskritisch ist das Wort, was perfekt zum Buch passt. Man bekommt während des Lesens viele Denkanstöße, Sachen auch mal anders zu bedenken, als die offensichtlichste Möglichkeit. Das hat mir sehr gut gefallen, weil ich glaube, dass es wichtig ist, nicht alles einfach so zu akzeptieren, was einem serviert wird.

Doch nochmal zurück zur Geschichte:
Sämtliche Charaktere, wie Jakob, Adil und Samira, wirken sehr authentisch und hautnah, und ihre Geschichten gehen ans Herz.
Das Ende hat mich echt mitgerissen, und auch leicht schockiert.
Eine definitive Leseempfehlung für alle, die auch gerne mal aus anderen Blickwinkeln diese Welt betrachten wollen.


Ein Roman, der durch schlichte Authentizität und vielfältige Blickwinkel überzeugt.
Auf nur 320 Seiten befindet sich eine gesellschaftskritische und ergreifende Geschichte, die einen so schnell nicht loslässt.


- 4 von 5 Feenfaltern -





Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar und das Treffen auf der Buchmesse!

Kommentare:

  1. Danke für die Rezi. Ich schleiche schon um das Buch herum, mir hat noch der letzte Anstoß gefehlt.

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    1. Gerne :)
      Das freut mich! Ich hoffe es wird gefallen ;)

      LG ♥
      Anna

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  2. Mit Blick auf die aktuellen Geschehnisse in der Welt könnte der Roman nicht aktueller sein!

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    1. Ja, das stimmt leider :/
      Durch ein Interview mit dem Autor weiß ich aber, dass das Buch sogar vor den ganzen Anschlägen etc. entstanden ist.

      LG ♥
      Anna

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